Tor Verlag BUNNER RELIKTE IM EINSATZ für WEW 295x149 72dpi

 

 

RELIKTE im Einsatz

Ein später Abend im August 2018, das Team von Relikte der Geschichte macht sich auf den fast 1000 km langen Weg nach Ermland, um dort an der archäologischen Ausgrabung einer Stadtwüstung teilzunehmen.

Die Fahrt dauert knapp 12 Stunden, wir kommen um 8:30 in Barczewko im Ermland an, frühstücken schnell und sind pünktlich 10 Uhr auf dem Ausgrabungsgelände, wo wir schon von Archäologen der Universität Greifswald erwartet werden. Das Team ist international, Felix Biermann aus Deutschland, sein polnischer Kollege Arkadiusz Koperkiewicz, der dänische Archäologe Leif Plith Lauritsen, dazu Studenten der Universitäten Göttingen, Gdansk und aus Litauen.

Im Nordwesten Polens, in der Wojewodschaft Ermland- Masuren, befindet sich am Ufer des Wadangsees eine große Wallanlage, welche den Flurnamen „Altstadt“ (Stare Miasto) trägt.

Darunter verbirgt sich eine Stadtwüstung aus dem 14. Jahrhundert. An dieser Stelle errichtete der ermländische Bischof Eberhard zuerst eine Burg, um die herum kurz darauf eine ganze Stadt entstand. Diese Stadt wurde jedoch schon 1354 nach einem Überfall der Litauer dem Erdboden gleichgemacht und sämtliche Bewohner getötet.

Der Platz wurde von nun an gemieden, galt vielleicht als verflucht und wurde nie wieder besiedelt, 1364 gründete man in etwa 10 km Entfernung eine neue Siedlung, das bis heute existierende Wartenburg/ Barczewo.

Im Laufe der Zeit holte sich die Natur die wüst gefallene Stadt zurück, Vegetation und Erosion verwischten alle Spuren der Zivilisation. Die Trümmer der Häuser, insbesondere die Keller, hatten jedoch den Zustand zum Zeitpunkt des Überfalls 1354 wie eine Zeitkapsel konserviert

Dies macht gerade diese Stadtwüstung so interessant für die Archäologie, kann somit doch nicht nur der Ist-Zustand zu einem genau bekannten Zeitpunkt rekonstruiert werden, sondern beantworten die Funde auch Fragen zum Landesausbau, der spätmittelalterlichen Urbanisierung und auch der „Verwestlichung“ des östlichen Mitteleuropa im Allgemeinen.

Das Team von Relikte der Geschichte durfte diese Ausgrabung begleiten hier ein paar Eindrücke.

Alt Wartenburg
Alt Wartenburg
Alt Wartenburg
Alt Wartenburg
Alt Wartenburg
Alt Wartenburg
Alt Wartenburg

 

 

 

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Dieses Wochenende ging es für das RELIKTE-im-Einsatz Team ins schöne Riesengebirge.
Aber nicht zur Erholung, nein, das Aktionsteam unserer Partnerzeitschrift Odkrywca hatte uns zu einem Arbeitseinsatz eingeladen. Es ging um die Überprüfung einer Schatzgeschichte. Diesmal sollte es nicht um einem Goldzug gehen, sondern um einige LKWs der Wehrmacht. Diese wurden angeblich 1945 aus technischen Gründen oder Benzinmangel zurückgelassen und in einem ehemaligen Stollen entsorgt und verschüttet. Dazu lagen sowohl deutsche Augenzeugenberichte vor, als auch polnische Zeitzeugen, die als Kind beim Spielen auf ebendiesen Stollen gestoßen waren. Zudem passte auch die Topographie wunderbar zu den Gerüchten, am Berghang erkannte man die mutmaßlichen Geländeeinschnitte und auch ein angeblicher Luftschacht schien im Gelände vorhanden zu sein. Genug Indizien, dass die Gemeinde einer Grabung zustimmte und die örtliche Feuerwehr die Aktionen unterstützte. Begleitet wurde die Aktion von einem Sprengstoff-Suchhundeteam und einem Archäologen.
Mit einem Minibagger rückte man den Böschungen zu Leibe, auf dem Berg wurde in Handarbeit geschachtet. Ein vielversprechendes Eisensignal entpuppte sich leider nicht als der gesuchte Schachtdeckel, sondern als Ofen in einem Unterstand aus Rundhölzern.
Die Bagger-Aktion fand zwar keinen Tunnel, dafür aber offensichtlich nachträglich eingebrachtes Füllmaterial. Wenn die Suche auch kein primärer Erfolg war, ergeben sich im Nachgang genug neue Indizien und Theorien für weitere Untersuchungen. So stellte sich erst nach Ende der Grabungen heraus, daß das Terrain wohl vor Jahren grossflächig aufgefüllt wurde und die Konturen durch einen Straßenbau umgestaltet wurden. Es bleibt also spannend.

Stollensuche im...
Stollensuche im...
Stollensuche im...
Stollensuche im...
Stollensuche im...
Stollensuche im...
Stollensuche im...

 

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Am 1. und 2. Juli 2017 lud das Festungs-Freilichtmuseum in Czerwiensk/Odr. wieder zu einem Tag des offenen Bunkers ein. Der Verein unter Leitung von Jan Wota betreut mittlerweile neun Bunker der ehemaligen deutschen Oderlinie direkt im oder vor dem Oderdeich. An diesem Wochenende standen die einzelnen Bunker für die Besucher offen, die Vereinsmitglieder zeigten die Restaurierungsfortschritte der von ihnen betreuten Objekte und viele originale Ausstattungsstücke. Authentisch gekleidet erklärten sie interessierten Gästen Ausrüstung und Funktionsweise der Kampfanlagen.

Weiterlesen: Festungs-Freilichtmuseum in Czerwiensk/Odr

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Am Wochenende durfte das Team von RELIKTE bei einem ganz besonderen Außeneinsatz mitwirken. Auf der Kynsburg im Schlesiertal in der Nähe von Waldenburg/Schlesien sollten alte Berichte aus dem 19. Jahrhundert überprüft werden, wonach unter dem Burghof heute unbekannte unterirdische Gänge verlaufen sollten. Entsprechende Gerüchte kursierten schon länger, neuen Aufwind erfuhren sie durch eine Reihe von Dokumenten, welche von RELIKTE in aufwändiger Recherche in deutschen Archiven beschafft und dem Leiter des Burgmuseums, Pawel Brzozowski für eine Sonderausstellung zur Burggeschichte übergeben wurden.

Bisher lagen den Betreibern der Anlage nur sehr unvollständige Unterlagen vor, auch war die Burganlage in den Nachkriegsjahren mehrfach umgenutzt und umgebaut worden.

Die alten Reiseführer sprachen von einem Gang, welcher im Keller beginnend, quer über den Hof bis zum Brunnen führen sollte. Auf dem Hof selbst gab es verschiedene Unregelmäßigkeiten im Pflaster bis hin zu alten, verfüllten Schächten.

Weiterlesen: Kynsburg 22.04.2017

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Am 10. Februar wurde auf der Kynsburg in Schlesien eine neue Ausstellung mit Dokumenten zur Burggeschichte eröffnet. Im Renaissancezimmer der Burg werden dem interessierten Besucher historische Pläne, Reiseberichte und Zeitungsartikel über die damals wie heute als Ausflugsziel sehr beliebten Burg präsentiert. Maßgeblichen Anteil an der Beschaffung der Materialien hatte die Redaktion von RELIKTE der Geschichte .

Weiterlesen: RELIKTE der Geschichte ermöglicht Ausstellung zur Burggeschichte

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